Stochastik-Labor: Würfeln, zählen, vergleichen

Bis zu 10.000 Würfe pro Durchgang – und sofort sichtbar, wie nah die Häufigkeiten an der Theorie liegen.

Kurz gesagt: Wählen Sie Würfelart und Anzahl der Würfe, starten Sie die Simulation und vergleichen Sie Histogramm und Tabelle mit den berechneten Wahrscheinlichkeiten. Die Würfe laufen vollständig in Ihrem Browser. Für die reine Erklärung der Wahrscheinlichkeiten gibt es die Seite Würfel-Wahrscheinlichkeiten, zum Würfeln im Alltag den Online-Würfel.

Simulation

Würfel wählen

Ein Wechsel der Würfelart setzt die bisherigen Ergebnisse zurück.

Anzahl Würfe

Weitere Durchgänge werden zu den bisherigen Würfen addiert, insgesamt höchstens 100.000.

Noch keine Würfe. Starten Sie mit „Würfeln“.

Würfe gesamt
0
Mittelwert (Messung)
–
Mittelwert (Theorie)
3,50
Varianz (Messung / Theorie)
–

Balken: gemessene relative Häufigkeit · Raute: theoretische Wahrscheinlichkeit. Die Werte stehen darunter auch als Tabelle.

Tabelle: Messung gegen Theorie

Häufigkeiten der Augensummen im Vergleich zur theoretischen Wahrscheinlichkeit
AugensummeKombinationenTheorieAnzahlAnteilAbweichung

Orientierung für Lern- und Unterrichtszwecke, keine Gewähr. Stand: Oktober 2026.

So wird gerechnet

Das Labor geht vom Laplace-Modell aus: Alle Seiten eines Würfels sind gleich wahrscheinlich. Bei einem Würfel mit s Seiten gilt für jede Zahl p = 1/s. Bei zwei Würfeln entstehen s × s gleich wahrscheinliche Kombinationen; die Wahrscheinlichkeit einer Augensumme ist (Anzahl der Kombinationen mit dieser Summe) ÷ s². Die Kombinationen werden im Programm durch schrittweises Aufaddieren (Faltung) ausgezählt.

Der Erwartungswert beträgt E = n·(s+1)/2, die Varianz Var = n·(s²−1)/12, wobei n die Anzahl der Würfel ist. Bei einem W6 sind das E = 3,5 und Var = 35/12 ≈ 2,92, bei zwei W6 E = 7 und Var ≈ 5,83.

Beispielrechnung: Summe 7 mit zwei W6 – es gibt 6 passende Kombinationen (1+6, 2+5, 3+4, 4+3, 5+2, 6+1) von 36, also 6/36 = 16,67 %.

Theorie ohne Skript: Ein W6

AugenzahlKombinationenWahrscheinlichkeit
11 von 616,67 %
21 von 616,67 %
31 von 616,67 %
41 von 616,67 %
51 von 616,67 %
61 von 616,67 %

Erwartungswert 3,50, Varianz 2,92.

Theorie ohne Skript: Zwei W6 (Summe)

AugensummeKombinationenWahrscheinlichkeit
21 von 362,78 %
32 von 365,56 %
43 von 368,33 %
54 von 3611,11 %
65 von 3613,89 %
76 von 3616,67 %
85 von 3613,89 %
94 von 3611,11 %
103 von 368,33 %
112 von 365,56 %
121 von 362,78 %

Erwartungswert 7,00, Varianz 5,83.

Typische Denkfehler beim Würfeln

  • Spielerfehlschluss: „Nach fünf Würfen ohne Sechs ist sie fällig.“ Falsch – jeder Wurf ist unabhängig, die Chance bleibt 1/6.
  • Gesetz der großen Zahlen falsch verstanden: Es sagt, dass sich der Anteil der Wahrscheinlichkeit annähert, nicht dass sich absolute Abweichungen ausgleichen.
  • Kleine Stichproben überbewerten: Mit 10 Würfen sind große Ausschläge normal. Erhöhen Sie die Wurfzahl und beobachten Sie, wie die Balken sich der Raute annähern.
  • Summen sind nicht gleichverteilt: Bei zwei Würfeln ist die Summe 7 sechsmal so wahrscheinlich wie die 2.

Für Lehrkräfte

Das Labor eignet sich als Einstieg in Zufallsexperimente, relative Häufigkeit und die Idee der stochastischen Simulation. Schlagworte: Zufallsexperiment, relative Häufigkeit, Laplace-Wahrscheinlichkeit, Erwartungswert, Gesetz der großen Zahlen, Simulation.

Unterrichtsidee (45 Minuten): (1) Die Klasse schätzt vorab die Verteilung der Augensumme bei zwei W6. (2) Jede Gruppe simuliert 10, 100 und 1.000 Würfe und exportiert die Daten als CSV. (3) In der Tabellenkalkulation entsteht ein Säulendiagramm je Wurfzahl. (4) Gemeinsam wird besprochen, ab wann die Form stabil wirkt. Die Kultusministerkonferenz nennt „Daten und Zufall“ als Leitidee und hebt die Rolle der stochastischen Simulation hervor (siehe Quellen).

Unser Hinweis: Eine Einordnung in den Lehrplan Ihres Bundeslandes liegt bei Ihnen; wir erheben dazu keinen Anspruch.

Quellen und Rechengrundlage

So zitieren oder verlinken Sie uns

Gern zum Beispiel in Unterrichtsmaterial oder auf einer Linkliste:

Stochastik-Labor – Virtueller Würfel: Würfelsimulation mit Histogramm und CSV-Export. https://www.virtueller-wuerfel.de/stochastik-labor/

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Häufig gestellte Fragen

Warum weicht die Häufigkeit bei wenigen Würfen so stark von der Theorie ab?
Bei wenigen Würfen dominiert der Zufall. Die relative Häufigkeit nähert sich der Wahrscheinlichkeit erst bei vielen Würfen an – das beschreibt das Gesetz der großen Zahlen. Probieren Sie es aus: 60 Würfe mit einem W6 zeigen meist deutliche Schwankungen, bei 10.000 Würfen liegt jede Zahl meist weniger als einen Prozentpunkt neben 16,67 %.
Gleichen sich Abweichungen später wieder aus?
Nein, der Würfel „holt nichts nach“. Die absolute Abweichung kann sogar wachsen, nur der Anteil (relative Häufigkeit) wird stabiler, weil die Gesamtzahl der Würfe schneller wächst. Wer glaubt, eine Zahl sei „fällig“, begeht den Spielerfehlschluss.
Wie zufällig sind die Würfe im Labor?
Die Würfe nutzen die Zufallsfunktion Ihres Browsers (crypto.getRandomValues) und verwerfen Werte, die eine ungleiche Verteilung verursachen würden (Rejection Sampling). Jede Seite des simulierten Würfels hat damit dieselbe Chance. Es ist eine Simulation für Lern- und Unterrichtszwecke, kein Ersatz für zertifizierte Zufallsgeneratoren.
Werden meine Würfe gespeichert oder übertragen?
Nein. Alle Würfe und Auswertungen entstehen nur in Ihrem Browser. Gemessen wird anonym lediglich, dass das Labor genutzt wurde – ohne Ihre Einstellungen oder Ergebnisse. Details stehen in der Datenschutzerklärung.
Kann ich die Daten im Unterricht weiterverwenden?
Ja. Der CSV-Export (Semikolon, Dezimalkomma) lässt sich direkt in gängigen Tabellenkalkulationen öffnen. Schülerinnen und Schüler können so Häufigkeitstabellen, Säulendiagramme und Mittelwerte selbst nachbilden.